Am morgigen Samstag, den 06. Juni, werden führende Vertreter*innen der AfD und ehemalige Mitglieder des aufgelösten rechtsextremen Flügels in Frankfurt auftreten. Dazu gehören Corinna Herold (MdL aus Thüringen), Thomas Seitz (MdB) und Birgit Bessin (MdL aus Brandenburg). Wir wollen und werden nicht zulassen, dass in Frankfurt völkisch-nationalistischen Redner*innen eine Bühne geboten wird und menschenverachtende Ideologien verbreitet werden! Bereits letzte Woche traten Akteur*innen der Identitären Bewegung auf.

Als antifaschistische Jugendverbände rufen Grüne Jugend, Jusos und die Linksjugend [’solid] zur Beteiligung an den zahlreichen Gegenprotesten auf, die es in der Frankfurter Innenstadt geben wird und schließen sich diesen an (selbstverständlich unter Einhaltung der gegebenen Sicherheitsmaßnahmen: Einhaltung des Abstands von 1,5 m und des Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung). Mit allem was wir haben, müssen und werden wir zeigen, dass wir für ein buntes und vielfältiges Frankfurt einstehen.

Johannes Lauterwald (23), Sprecher der Grünen Jugend Frankfurt, betont: „Dass Nazis ausgerechnet diesen Samstag in Frankfurt aufmarschieren, hat System. Während viele Linke zum Gegenprotest nach Worms reisen, um den ‚Tag der deutschen Zukunft‘ zu verhindern, soll in Frankfurt versucht werden, eben dies auszunutzen und Aufmerksamkeit für faschistische und rassistische Parolen zu generieren. Längst kam es zum Schulterschluss im rechtsextremen Milieu. Wer immer noch von Einzelfällen spricht, hat den Ernst der Lage nicht verstanden. In Frankfurt sind demokratische Werte tief verwurzelt. Am Samstag müssen wir zeigen, dass der Baum der Demokratie fester steht, als je zuvor.“

Rachid Khenissi (23), stellvertretender Sprecher der Jusos Frankfurt findet klare Worte zur AfD: „Es ist besonders perfide, dass sich die AfD zur selben Zeit versammelt, an dem ganz Frankfurt am Römer solidarisch gegen Rassismus zusammensteht. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass es sich bei der AfD um rassistische Brandstifter*innen handelt, denen es nur um
die Spaltung der Gesellschaft geht. Ich bin erleichtert, dass endlich der Kampf gegen Rassismus wieder auf der Tagesordnung steht. Das lassen wir uns nicht nehmen. Ob Ost, Ob West – nieder mit der Nazipest! Das Motto für Samstag bleibt unerschütterlich: Nein zu Rassismus – Gemeinsam sind wir STARK!“

„Krude Verschwörungstheorien sind an solchen Versammlungen nicht das eigentlich Schlimme, es ist das Paktieren mit Nazis und Faschist*innen, die nun durch die Krise ihre Chance gekommen sehen, ihre Umsturzfantasien zu realisieren. Angesichts der Zunahme von rechsextremen Gewalttaten, insbesondere im letzten Jahr durch die Morde in Hanau, den Anschlag in Halle und das Attentat auf Walter Lübcke zu beobachten, der ‚Normalisierung‘ von rechtsextremen Aussagen im gesellschaftlichen und
politischen Diskurs, und nicht zuletzt der rassistische Mord an George Floyd in den USA haben gezeigt, dass antifaschistische Arbeit wichtiger denn je ist. Alle Demokrat*innen müssen nun zusammenstehen und sich hinter einer Botschaft versammeln: Keinen Fußbreit für Nazis und Faschist*innen! Nicht in Frankfurt und auch sonst nirgendwo!“, so die Linksjugend [’solid] abschließend.